In Kreisläufen denken, ein Erfolgskonzept?

27.05.19

„Wildshuter Feldgespräche“ mit dem deutschen Chemiker, Buchautor und Pionier des „Cradle to Cradle“-Konzeptes Prof. Dr. Michael Braungart

Spätestens seit Schülerinnen und Schüler für das Klima die Schule schwänzen sind Themen wie „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Positive Lösungsansätze – ohne Verzicht, dafür mit Lebensfreude „im Überfluss“ - wurden erst kürzlich am 1. Biergut Österreichs im Rahmen der Gesprächsreihe „Wildshuter Feldgespräche“ mit dem deutschen Chemiker, Buchautor und Pionier des „Cradle to Cradle“-Konzeptes Prof. Dr. Michael Braungart, Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl, dem Biologen und Erdwissenschaftler Dr. Konrad Steiner und SchülerInnen der HBLA Ursprung Salzburg diskutiert.

ökoeffektiv statt ökoeffizient
Für den „Cradle to Cradle“-Begründer Michael Braungart geht es darum, die richtigen Dinge zu tun und nicht, Schlechtes „ein bisschen besser“ zu machen. Der Schlüssel für die Zukunft liegt darin, in Kreisläufen zu denken. Dabei geht es nicht um „geschlossene Kreisläufe“, sondern um das verwendete Material. Braungart prägt in diesem Zusammenhang den Begriff der Ökoeffektivität: „Ökoeffektiv sind Produkte, die entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder als ‚technische Nährstoffe‘ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden. Die Natur produziert seit Jahrmillionen völlig uneffizient, aber effektiv.“ Das Prinzip für einen ökoeffektiven Lösungsansatz lautet daher „Abfall ist Nahrung“. „Ein Baum produziert ununterbrochen Emissionen. Positive. Ein Baum gibt, da er wachsen will, nicht nur Sauerstoff ab (und auch etwas CO2), er will auch größer werden. Er will mehr CO2 verbrauchen und mehr Sauerstoff abgeben. Immer mehr Emissionen! Emissionen, die andere Lebewesen fördern. Aber viele Umweltschützer und Geschäftsleute wollen die Emissionen beseitigen, denn Emissionen haben einen schlechten Ruf“, erläutert Michael Braungart: „Der Mensch ist Teil der Natur. Wir müssen uns Menschen als Chance für den Planeten begreifen und nicht als Belastung sehen.“ Klimaneutral zu sein, ist für den „Cradle to Cradle“-Experten „Quatsch“: „Wir müssen gut fürs Klima sein, also klimapositiv. Das bedeutet, dass wir einen nützlichen Fußabdruck auf diesem Planeten hinterlassen sollten.“

Ein Ort, an dem dieser Kreislaufgedanke angreifbar und gelebt wird, ist das 1. Biergut Österreichs, das Stiegl-Gut Wildshut. „In unserer Ideenschmiede tüfteln wir, wie wir die Dinge anders – besser - machen können. Beim Brauen fällt etwa bester ‚Abfall‘ an, den wir wieder zurück in den Kreislauf bringen. So verfüttern wir den Trebern – das ist der feste Rückstand beim Bierbrauen –an unsere Tiere und bringen den Kieselgur, den wir beim Brauen zum Herausfiltern der Trübstoffe einsetzen, als Dünger auf unsere Felder aus“, so Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl. Gemeinsam mit den Gerstenbauern der Erzeugergemeinschaft Zistersdorf (EGZ) im niederösterreichischen Weinviertel und Wissenschaftlern hat Pöpperl auch ein langfristiges Bodengesundheitsprojekt initiiert, denn Bierbrauen beginnt für Stiegl schon im Boden. „Neu ist daran, dass wir mit hochmodernen Satellitendaten die Bodenzonen ermittelt und entsprechend ihrer Beschaffenheit eingeteilt haben“, erklärt Biologe und Erdwissenschaftler Konrad Steiner, der die Privatbrauerei wissenschaftlich berät und zudem an der HBLA Ursprung unterrichtet.

Junge Menschen entwickeln intelligente Produkte
Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der HBLA Ursprung wird außerdem „Upcycling“ betrieben. So forschten die jungen Menschen etwa, wie aus Urstroh aus der Wildshuter Bio-Landwirtschaft bzw. aus Virgina.Malven Dämmstoffe werden könnten und entwickelten „ganz nebenbei“ einen neuen, komplett kompostierbaren Bierdeckel, der mit Bienenwachs zusammengehalten wird und zudem Klatschmohnsamen enthält. Kurzum: Abfall war – laut Braungart – gestern. „Ab sofort gibt es nur noch Nährstoffe. Alle Produkte bleiben in einem steten Kreislauf, eingesetzt werden nur noch gesunde, unbedenkliche Materialien. Dabei zeigt uns die Natur, wie wir die Dinge besser machen können“, resümiert „Cradle to Cradle“-Pionier Michael Braungart.

Aktueller Bericht „In Kreisläufen denken & handeln“
Die Details zum nachhaltigen Wirtschaften von Stiegl sind im neuen Stiegl-Nachhaltigkeitsbericht 2018 „In Kreisläufen denken & handeln“ (www.stiegl.at/nachhaltigkeit) nach GRI-Standards, in der „Cradle to Cradle“-zertifizierten Druckerei Gugler in Melk (NÖ) nachzulesen. Mit 191 Gramm CO2 pro Liter Stiegl-Bier ist man unter den Besten in der Bierbranche. Mehr über die nachhaltige Braugerste, mit der in Österreichs führender Privatbrauerei Bier gebraut wird, ist in der aktuellen Ökobilanz der EGZ nachzulesen. www.egz.at.

Pressebild 1: Diskutierten im Rahmen der „Wildshuter Feldgespräche“ klimapositive Lösungsansätze rund um das Thema Kreislaufwirtschaft. Im Bild (v.l.): EGZ-Geschäftsführer Franz Bauer, Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl, Cradle to Cradle-Pionier Prof. Dr. Michael Braungart und Erdwissenschaftler Dr. Konrad Steiner
Bildnachweis: wildbild/Abdruck honorarfrei!

Pressebild 2: Es gibt ab sofort nur noch Nährstoffe. Schülerinnen und Schüler der HBLA Ursprung und der FH Salzburg Campus Kuchl forschen an intelligenten Produkten. Darüber diskutiert wurde im Rahmen der „Wildshuter Feldgespräche“. Im Bild (v.l.): Magdalena Lindner (FH Kuchl), Annika Brandstätter (HBLA Ursprung), Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl, Martin Schneeweiß (HBLA Ursprung), Cradle to Cradle-Pionier Prof. Dr. Michael Braungart, Ines Metzger (HBLA Ursprung) und Erdwissenschaftler Dr. Konrad Steiner (Lehrer HBLA Ursprung).
Bildnachweis: wildbild/Abdruck honorarfrei!

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