office@picker-pr.at +43 662 841187

15.04.26

Neuausrichtung der CO2-Prämie bei WOERLE

Fokus auf Maßnahmen für Klimaresilienz

Mehr als 17.300 Tonnen eingespartes CO₂ in nur fünf Jahren: Mit einer Prämie von bis zu 50,- Euro brutto pro eingesparter oder gebundener Tonne CO2  zeigt Woerle, wie wirksam konkrete klimaschonende Maßnahmen in der Landwirtschaft sein können. Seit 2021 werden Milchbäuer:innen gezielt dabei unterstützt, Emissionen zu reduzieren und Kohlenstoff zu binden – mit wachsender Wirkung für Klima und Betriebe. 2026 rückt nun die Frage in den Fokus, wie Höfe widerstandsfähiger gegenüber den spürbaren Folgen des Klimawandels werden. In Zukunft fördert die Privatkäserei aus Henndorf verstärkt Projekte, die auf Klimaresilienz abzielen.

Fünf Jahre nach dem Start des Projekts „CO2-Prämie“ zieht WOERLE eine positive Zwischenbilanz: „Durch die subventionierten Maßnahmen konnten bisher rund 17.300 Tonnen CO2 eingespart werden. Eine Menge, die in etwa 133 Millionen mit dem Auto gefahrenen Kilometern oder 3.300 Erdumrundungen mit dem Auto[1] entspricht. Allein im vergangenen Jahr konnten knapp 2.000 Tonnen CO2 einspart werden“, freut sich Geschäftsführer Gerrit Woerle. Die Resonanz der Landwirt:innen ist positiv: Seit dem Projektstart im Jahr 2021 hat sich die Zahl der teilnehmenden Lieferant:innen fast verdoppelt: von 89 im Jahr 2021 auf 158 im Jahr 2025. Auch die Zahl der bisher umgesetzten Maßnahmen ist von 109 beim Start der CO2-Prämie auf insgesamt 214 im vergangenen Jahr gestiegen.

Warum WOERLE auf ein regionales Prämienmodell setzt

Landwirtschaftliche Produktion, dazu zählt auch die Erzeugung von Milch, ist stark von Klima und Wetter abhängig. Ereignisse wie Wasserknappheit oder Überflutungen können Erträge beeinträchtigen. Die Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Die Energiewende und der Übergang zu einer emissionsneutralen Wirtschaft haben jedoch massive Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die mit enormen Herausforderungen konfrontiert ist. Allerdings können Maßnahmen zum Klimaschutz für jeden Betrieb mehr oder weniger profitabel sein und auch erst nach und nach ausgebaut werden. Vor diesem Hintergrund setzt WOERLE in seiner Nachhaltigkeitsstrategie „WOERLE WIRKT WEITER“ nicht auf Kompensationszahlungen, sondern unterstützt Betriebe in der Region bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen in der eigenen Wertschöpfungskette – eben mit der CO2-Prämie.

NEU: Impulse für mehr Klimaresilienz

Standen bisher Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz im Fokus, so werden künftig verstärkt Maßnahmen gefördert, die Bäuer:innen dabei helfen, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen – also insgesamt klimaresilienter zu werden. „Der Klimawandel und seine Folgen sind allgegenwärtig. Als Familienbetrieb ist es uns ein Anliegen, unsere Landwirt:innen dabei zu unterstützen, bestmöglich mit diesen Herausforderungen umzugehen. Aus diesem Grund legen wir ab sofort bei der CO2-Prämie den Fokus auf Maßnahmen, die Anreize schaffen, Betriebe klimaresilienter, also fit für Extremwetterereignisse und ähnliche Phänomene, zu machen“, erläutert Gerrit Woerle. Zu Maßnahmen für mehr Klimaresilienz zählen beispielsweise der Einsatz von Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl zur Verbesserung von Gülle und Boden, das Pflanzen von Obstbäumen und weitere Maßnahmen wie: 

  • Das Pflanzen von Hecken auf Weiden: Sogenannte „Agroforstsysteme“ – also die Kombination aus Bäumen und Sträuchern mit Weideland – bieten viele Vorteile. Einerseits stabilisieren die Wurzeln der Hecken den Boden und verbessern den Wasserhaushalt bei Starkregen-Ereignissen. Und: Sie speichern Kohlenstoff besser als offene Weidesysteme. Außerdem bieten die Hecken den Milchkühen mit dem frischen Laub gesunde Nährstoffe. Zusatzplus: Wenn Kühe die Rinde der Heckengewächse fressen, reduzieren die darin enthaltenen Tannine ihren Methanausstoß. Darüber hinaus sind Hecken während Hitzeperioden ein kühlender Schattenspender und wirken auch als Windschutz. Ebenso fördern Hecken die regionale Artenvielfalt, welche für die Klimaanpassung sehr wichtig ist.
  • Der Einsatz von Doppelmessermähwerken: Sie tragen dazu bei, die Bewirtschaftung von Grünland ressourcenschonender, bodenverträglicher und biodiversitätsfördernder zu gestalten. Gleichzeitig unterstützen sie eine hohe Futterqualität und stärken die Regenerationsfähigkeit des Grünlands. Und das sind nur ein paar der Maßnahmen, die uns fit für die Herausforderungen des Klimawandels machen.

 

So funktioniert die CO2-Prämie von WOERLE:

  1. Bäuer:innen reichen Maßnahmen, die die Klimaresilienz im eigenen Betrieb steigern und zur CO₂-Reduktion oder -Bindung beitragen, bei WOERLE ein.
  2. Externe Expert:innen evaluieren und optimieren gemeinsam mit den Betrieben die eingebrachten Ideen.
  3. Positiv bewertete Maßnahmen erhalten eine Prämie pro gesparter bzw. gebundener Tonne CO₂.
  4. Die Umsetzung aller Maßnahmen wird durch einen Besuch vor Ort bei den Betrieben, anhand von Belegen und Fotos dokumentiert.

 

Jeder Schritt zählt – auch jeder kleine

„Uns ist klar, dass wir mit unserem Projekt erst am Anfang stehen und dass noch ein weiter Weg vor uns liegt. Und auch wenn sich vermutlich bei Milch keine Klimaneutralität mit Energieeinsparungen und Klimaresilienz-Maßnahmen erreichen lässt, so gehen wir trotzdem Schritt für Schritt weiter. Denn für uns ist jede noch so kleine Maßnahme ein Schritt in die richtige Richtung und wir sind stolz auf jede Tonne CO2, die eingespart werden kann“, zeigt sich Diana Reuter, Leiterin des Nachhaltigkeitsmanagements bei WOERLE zuversichtlich, aber realistisch. Denn nichtsdestotrotz entsteht ein wesentlicher Teil der klimarelevanten Emissionen in der Milcherzeugung aus biologischen Prozessen. Energieeffizienzmaßnahmen bilden daher derzeit nur einen kleinen Anteil am gesamten WOERLE CO₂-Footprint ab.

Zum Unternehmen

Das Traditionsunternehmen WOERLE zählt österreichweit zu den größten und modernsten Privatkäsereien. Gegründet wurde der Betrieb vor mehr als 135 Jahren von Johann Baptist Woerle, einem visionären Käsemacher. Heute wird er in fünfter Generation von Gerrit Woerle geführt und beschäftigt rund 360 Mitarbeiter:innen. Unter dem Titel „WOERLE WIRKT WEITER“ startete man 2019 eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die vor allem auf den Bereichen Klimaverantwortung und Artenvielfalt basiert. Mit dem Heumilch-Emmentaler und im Segment der Schmelzkäsescheiben ist man in Österreich Marktführer.

———————————————————

[1] Diese Berechnung basiert auf einem Mittelwert von 130 g CO₂/km = 0,13 kg CO₂/km.


 

Pressebild 1: Nachhaltigkeitsbeauftrage Diana Reuter (re.) und Geschäftsführer Gerrit Woerle freuen sich, dass bisher gemeinsam mit den Bäuer:innen über 17.300 Tonnen CO₂ eingespart werden konnten.
Bildnachweis: Woerle/Kirchberger, Abdruck honorarfrei!

Pressebild 2: Im vergangenen Jahr hat Woerle-Nachhaltigkeitsbeauftragte Diana Reuter (Mitte) gemeinsam mit Schüler:innen der HBLA Ursprung Futterhecken geplanzt, die für eine klimaresistente Landwirtschaft relevant sind.
Bildnachweis: Woerle/Neumayr, Abdruck honorarfrei!